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Die ProTestNote: Forderung einer offenen Bewertung der weltwirtschaftlichen Vorgänge um das US-Defizit und ihrer Auswirkung auf Deutschland

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 ProTestNote 
Zusammenfassung Forderung einer offenen Bewertung der weltwirtschaftlichen Vorgänge um das US-Defizit und ihrer Auswirkung auf Deutschland
Motivation Eines der wichtigsten, außenpolitischen Themen wird kaum angefasst. Wir benötigen dringend einen öffentlichen Masterplan zu einer möglichen Währungskrise, ausgelöst durch einen radikalen Verfall des amerikanischen Dollars.

Dazu ein Auszug aus der Berliner Zeitung vom 13.9.2006: Das Handelsdefizit der USA steht wieder auf einem neuen Rekordstand. Die Experten scheint es nicht zu stören.

Wie weggeblasen scheinen derzeit die Sorgen zu sein, die über Jahre weltweit mit dem ansteigenden US-Handelsdefizit verbunden waren. ... Die USA, dachten damals viele, würden auf diese Weise einen solch gewaltigen Schuldenberg anhäufen, dass der Kurs des Dollers irgendwann zwangsläufig zusammenbrechen werde - mit fatalen Folgen für die gesamte Weltwirtschaft.

Heute sind sich die Akteure bewusst, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Weltwirtschaft ist geradezu abhängig von den hohen US-Handelsdefiziten, die noch immer hauptsächlich von der ungebremsten Konsumlust der Amerikaner gespeist werden. Denn klar ist: die Defizite des einen sind die Überschüsse des anderen. Ließe in den USA die Nachfrage nach ausländischen Produkten schlagartig nach, würde das die Volkswirtschaften vieler exportabhängiger Staaten massiv schwächen. Deutschland wäre als Exportweltmeister besonders schlimm betroffen.

Also werden die weiter steigenden US-Defizite heute achselzuckend hingenommen. Das Risiko, dass dieser Weg am Ende doch zum großen Zusammenbruch führt, wird einfach ausgeblendet.
ProTestNote an: Bundesregierung
Themenbezug Steuern/Finanzen/Subventionen
Regionalbezug --- 
Startdatum 13.09.2006 08:57:59
Pro 116
Contra 15
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Mittlere Relevanz 4,13 
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22.11.2006 14:18:02 

pro  Gerade in einer globalen Welt, wo alles voneinander abhängig ist, brauchen wir Transparenz.
Joachim Lund bv

 
17.09.2006 15:14:54 

pro  Mehr grundlegende Auseineindersezuung mit diesem Problem (des Geldes)ist erforderlich! Was ist z.b. die Aufgabe oder Funktion des Geldes...

 
16.09.2006 22:07:41 
Melanie von Orlow
pro  Mir kräuseln sich die Nackenhaare wenn ich "masterplan" lese. Wir kriegen nicht mal innerhalb der EU, geschweige denn Deutschland hin, daß wirksame Pläne erstellt und eingehalten werden. Theoretisch korrekt, praktisch nicht lösbar....


 
24.05.2007 06:37:08 
Sascha Morr(Die Linke/PDS)
pro  Da kann man nur zustimmen. Wir haben uns restlos von den Exporten abhängig gemacht und es versäumt den Binnenmarkt in selber Stärke auszubauen. Wir müssen überlegen was passiert wen es wirklich zu solch einen Crash kommt und gleichzeitig gegensteuern um unsere Abhängigkeit vom US-Markt zu veringern.

 
26.10.2006 23:36:31 
pro  Wir brauchen hier eine öffentliche Diskussion. Unser Wohlstand ist viel zu abhängig vom Export, als dass wir den Kopf in den Sand stecken dürfen. Wer weiss mehr? Wer hat Literaturhinweise?

2006-09-28 09:45:03 von Torsten Buller:
Ich glaube, wir müssen uns mal freimachen davon, dass die Politik noch im großen Stil die Wirtschaft beeinflussen kann - die Globalisierung ist hier stärker als alle Anreize, die geschaffen werden könnten. Wenn ich mir die Entlastung der Unternehmen (in verschiedenster Form) in den letzten Jahren ansehe, waren die Aufwendungen des Staates enorm und die Resultate für die Wirtschaft minimal. Derzeit passiert auf dieser Ebene nichts seitens der Politik und trotzdem zieht die Wirtschaft an. Ich glaube nicht, dass hier hinreichende Maßnahmen bestehen, um Entscheidungen global agierender Konzerne zu beeinflussen.
Aber der eigentliche Vorschlag der Ankurbelung der Binnennachfrage an sich ist sicherlich nicht schlecht. Er wird uns nur nicht unabhängig von globalen Wirtschafts- oder Währungskrisen machen, auch hier steht einem die Globalisierung im Weg. Und die "Geiz-ist-Geil"-Mentalität, die sich in unserem Land in den letzten Jahren breitmacht (es wird das billigste gekauft und nicht das was im eigenen Land produziert wird), wird nur schwer zu bekämpfen sein. Aber es ist auf jeden Fall wert, die Diskussion in der Bevölkerung zu führen und klarzumachen, woher die Billigprodukte kommen und was das für die eigenen Arbeitsplätze bedeutet.

2006-09-16 14:38:02:
Die aktive Erhöhung der Binnennachfrage wird wohl in dem Maße nicht möglich sein. Ich versuche derzeit die Regionalwährungen in ihren Chancen zu verstehen, bin aber noch nicht sicher, ob der Ansatz erfolg haben wird (er schafft letztlich auch nicht mehr Produktivität. Ich bin allerdings sicher, dass ein konsequent geplantes Katastrophenszenario notwendig ist, eine möglicherweise sehr schwierige Zeit zu überwinden. Ich sehe allerdings auch die Gefahr, dass man die Probleme herbeiredet. Aber fällt man nicht tiefer, wenn man immer höher klettert?

2006-09-16 10:44:06 von Sascha Morr(Die Linke/PDS):
Geringe staatliche Abgaben, positive Umgebung für Unternehmen (und das bedeutet eben nicht grundsätzlich Abbau von Sozialstandards etc.) etc. Klar müßte man das noch weiter ausarbeiten aber letztendlich dürfte es den Untergang bringen sich fast ausschließlich auf den Außenhandel zu verlassen. Einen netten Beitrag zum Thema Konjunkturlokomotive USA habe ich übrigens gerade bei der Zeit gelesen => http://www.zeit.de/2006/38/Argument

2006-09-15 22:02:22 von Stefan Baier(Demokraten):
Wie wollen Sie denn die Binnennachfrage ankurbeln?

2006-09-14 12:20:33 von Sascha Morr(Die Linke/PDS):
Nach meiner Meinung darf es nicht nur zu einer öffentlichen Diskussion kommen sondern wir müssen auch endlich die Binnennachfrage massiv ankurbeln um uns von Exporten unabhängiger zu machen. Selbst wen der Große Dollarcrash noch auf sich warten lässt ist es lediglich eine Frage der Zeit bis uns Staaten wie China im Bereich des Exports massiv Konkurrenz machen werden und wen wir dann keinen anderen Rückhalt haben wird uns das doppelt treffen. Natürlich nur meine bescheidene Meinung.

 
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