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Die ProTestNote: Reduzierung gewaltverherrlichender Medieninhalte

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 ProTestNote 
Zusammenfassung Reduzierung gewaltverherrlichender Medieninhalte
Motivation Der tägliche "Kill" im Internet, die blutspritzenden Filme in der Videothek. In unserem Alltag sind sie zur Normalität geworden. Im Gespräch mit Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren gibt es wohl kaum ein Kind, das nicht schon Kontakt mit diesen Medien hatte. Mit dem Internet ist zudem ein praktisch unsteuerbarer Markt aufgetreten, in dem jeder Grad an Perversion erhältlich ist.
ProTestNote an: an
Themenbezug Kultur
Regionalbezug --- 
Startdatum 22.11.2006 07:52:43
Pro 88
Contra 51
Ihre Stimme kein Votum
Mittlere Relevanz 4,00 
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Zur Umsetzung der ProTestNote werden die folgenden Vorschläge gestellt
Vorschläge  
Verbot von Spielen und Filmen, die den Tötungsakt detailliert darstellen. Auf diesen Medien werden weitergehende Tötungsszenen gezeigt (Verstümmeln der Leichen, etc.) 
Einbinden von Eltern und Lehrern in eine gesellschaftliche Ächtung von Tötungsspielen. 
In einer ersten Stufe Boykott der benannten Medien und Spiele durch Nichtkauf, Nichtbeachtung. Abstrafung der Medien, die über diese Spiele berichten - idealerweise durch Nichtkauf.  

Stimmen zur ProTestNote

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Empfangen am Votum Ihr Kommentar
25.09.2007 20:38:37 
Gunnar Schurich(FDP)
contra  Liebe Leser

Herr Schmieder schrieb dazu weiter unten einen richtigen Standpunkt auf. Darüber hinaus weise ich auf Folgendes hin:

Nach § 131 Strafgesetzbuch ist die Darstellung von Gewalt ein Vergehen, dass mit bis zu einem Jahr Haft belegt werden kann, wenn sie mit der Verherrlichung von Gewalt einher geht. Deshalb macht es keinen Sinn, ohne eine genaue Definition, die gesellschaftlich konsensfähig ist, über die Reduzierung entsprechender Medieninhalte zu sprechen. Ein in diesem Zusammenhang oft geäußerter Ansatz ist die Herstellung eines Zusammenhangs zwischen bestimmten Computerspielen und Schulmassakern. Ähnlich ahltbar ist eine These, die Unfalltote und Formel 1 Veranstaltungen zusammen führen möchte.

Zum Schluss noch en Zitat von Eduard Lindner, dem Drogenbeauftragten der Kohl Regierung, in der Sendung 1000Herz vom WDR zum Thema "Techno und Drogen": "Die ganzen Kids, die das verbotene Extasy nehmen, das sollte verboten werden."

 
16.04.2007 13:44:39 
T. E.
contra  Ich bin gegen jegliche Zensur und kann hier daher nur mit "contra" stimmen.
Ich verstehe die Darstellung der Realität zudem auch nicht als "Verherrlichung", weswegen ein Großteil der zugänglichen Gewaltszenen aus meiner Sicht nicht unter diese Protestnote fällt.

Der Zusammenhang zwischen Gewalt in Medien und Wirklichkeit ist zudem NICHT eindeutig nachgewiesen(/nachzuweisen), anders als hier behauptet wurde - von der unsinnigen Forderung nach einer "Gewaltsteuer" mal ganz abgesehen. (wie definiert man denn Gewalt? in Bezug auf berechtigte oder unberechtigte gewalt, oder hinsichtlich der transportform (verbal/nonverbal/medial), oder hinsichtlich des detailierungsgrades, ...?)

Selbstverständlich bin ich gegen Gewalt, was aber der "Markt" lösen muss durch ein "Angebot" an entsprechenden Vorbildern und Initiativen. "Splatterfilme" als schräge Kunstform und Ego-Shooter wird es immer geben, Verbote oder erzwungene Einschränkungen - das wissen wir doch alle - bringen nicht viel.

2007-04-17 08:35:54 von :
Sehr geehrter Herr E i l e n b e r g e r ,

wenn Sie gegen alle Zensur und damit auch Abwehr gegenüber Auswüchsen und Fehlhaltungen unserer Gesellschaft sind, werden Sie den Grund unserer ProtestNoten-Aktion und unser Bemühen um korrigierende Stimmen kaum verstehen können. Unser ganzes Rechtswesen besteht überwiegend aus Zensur in Form von Verboten. Es wäre hinfällig, wenn wir überall das Laisser-faire-Prinzip zulassen würden. Resultat wäre das reine Chaos.

Es freut mich, daß Sie gegen Gewalt sind. Ausgiebige Darstellungen von Gewalt kommen meines Erachtens aber einer Verherrlichung gleich, und es gibt auch Nachweise eines Zusammenhangs zwischen gehäufter Gewalt-Zurschaustellung und negativen Folgen. Das zeigt sich allein schon an der Perversion, ausgeübte Gewalt auch noch prahlerisch zu filmen.

Es muß natürlich jedem selbst überlassen werden, wie er Gewaltszenen beurteilt. Aber der Markt hat, wenn man die oft sehr ungleichen (Finanz-) Kräfte frei sich entfalten läßt, schon oft genug versagt. Denken Sie nur an die nicht zu leugnenden Einflüsse der Lobbyarbeit. Ihre Ausführungen drängen mir jetzt unwillkürlich drei Fragen auf:
- Haben Sie selbst ein Kind bzw. Kinder?
- Und wenn ja: Wie alt ist es bzw. sind sie?
- Wenn Sie schon gegen jede Form der Zensur, also auch verantwortlicher Verbote sind, wenden Sie sich dann auch gegen das Verbot der Kinderpornographie (im Internet)?

Mit freundlichen Grüßen
Joachim Lund bv


 
27.03.2007 14:00:13 

pro  Die Wissenschaft hat längst den Zusammenhang zwischen Gewalt in Medien und Wirklichkeit nachgewiesen. Siehe die Publikationen von Manfred Spitzer u.a. Bin für Einführung einer Gewaltsteuer.

 
15.03.2007 09:10:04 
Matthias Wegner(Bündnis 90/Die Grünen)
pro  Zumindest die direkte Ausstrahlung von Gewaltverherrlichenden Filmen/Serien und deren Ankündigungen(!) im Zeitbereich der üblichen Wachzeit von Kindern (5:00 - 22:00) könnte man sofort auf allen Sendern die nicht explizit ein schild "Ab 18" um sich hängen, unterbinden.
Die Sender "ab 18" müssten die Familien dann in ihrem Fernseher sperren.

 
13.02.2007 15:34:04 
Christian Bundt(Wechselwähler)
pro  Grundsätzlich bin ich auch dafür; möchte aber darauf hinweisen, daß Verbote meistens kontraproduktiv sind!

 
27.03.2007 22:23:42 
Bernd Schmieder(Wechselwähler)
contra  Da die Anhänger Polpots, Maos, Hitlers oder Stalins wohl keine Gewaltvideos - oder Spiele kannten gehe ich davon aus, daß es schlechte Erziehung, fehlende Vorbilder und Fehler in der Gesellschaft sind. Vielleicht nimmt man mal die Millionen, um Fussballprofis zu kaufen und steckt sie lieber in die Jugendarbeit. Es sind nicht die Videos, sondern die Umstände, die Videos zum "geilen" Zeitvertreib machen.
MfG Bernd Schmieder, Berlin

2007-01-17 08:41:15 von :
"Adolf" ging es meines Erachtens nicht um Gewaltverherrlichung, sondern um seine Macht, wie allen Machtmenschen. Gäbe es damals das Net, hätte er es aber mit Sicherheit für seine Zwecke instrumentalisiert, wie es heute die Neonazis auch tun.

 
10.01.2007 02:16:21 
Günther Pfeifer
contra  Vorab: Ich habe 3 Kinder. Und es obliegt meiner Verantwortung als Erziehungsberechtigtem, was mein Kind sieht und was nicht. Man macht es sich heute viel zu einfach, Kinder werden in die Welt gesetzt, man will sich aber der Verantwortung für die Vermittlung gesellschaftlicher Werte entziehen. Ich bestimme, was gut ist für mein Kind und was nicht, nicht die Medien. Schließlich kann ich kontrollieren, was meine Kinder "konsumieren". Das Problem ist, daß es heutzutage wichtiger ist, den Benz vor der Tür stehen zu haben als sich mal etwas Zeit für seine Kinder zu nehmen.

2007-01-10 15:28:59 von :
Sehr geehrter Herr Pfeifer,

Ihrer Auffassung zur Verantwortung der Eltern gegenüber ihren Kindern kann ich voll zustimmen. Trotzdem kann ich es mir nur wünschen, daß die gewaltverherrlichenden Sendungen künftig ausbleiben, wie ich es auch begrüße, daß Tabakwaren und Alkoholika inzwischen nicht mehr an junge Menschen unter einem bestimmten Mindestalter abgegeben werden dürfen. Es gibt leider zu viele Momente, in denen man nicht zu 100 % Aufsicht haben kann. MfG Joachim Lund bv


 
24.11.2006 09:15:32 
Oliver Plessner
pro  Ich stimme zu, dass Gewaltverherrlichung sowie die detaillierte Darstellung solcher Szenen weder im Internet noch im Fernsehen gezeigt werden sollten. Auch entsprechende Computerspiele sind mit Sicherheit verzichtbar. Ob dergleichen schädlichen Einfluß auf den Betrachter/Spieler ausübt, hängt warscheinlich vom Einzelfall ab.
Aber wie kommt eigentlich die Aktualität dieses Themas zustande? Durch den jüngsten "Schul-Amoklauf"!
So wird denn dieses wichtige Thema mal wieder von den Politikern missbraucht, um plakativ und allumfassend Verbote zu fordern. Sollte es zu diesen Verboten kommen, wird sich bequem zurückgelehnt und gehofft, dass dafür bei der nächsten Wahl ein paar zusätzliche Stimmen anfallen.
Wenn man allerdings genauer hinsieht, stellt man fest, dass solche Amokläufer zumeist Einzelgänger waren, die teilweise über Jahre von verschiedenster Seite abgekanzelt, missachtet oder verlacht worden sind. Das soll natürlich keine Entschuldigung sein, aber wir müssen uns fragen, was wir, die Gesellschaft und insbesondere die Schulen unternommen haben, um solche Menschen zu erkennen und zu integrieren und sie eben nicht zu hasserfüllten Sonderlingen werden zu lassen. Damit aber diese integrative Arbeit möglich wird, ist ausreichend speziell ausgebildetes Personal erforderlich, und das ist an den Schulen offensichtlich nicht vorhanden.
Und genau da muss die Politik endlich tätig werden, anstatt sich in populistischen Forderungen zu üben.

 
22.11.2006 14:15:02 

pro  Bin völlig damit einverstanden. Ständige Gewalt-Szenerien können auf Dauer negativ suggestiv wirken. Was wir brauchen, sind viel mehr Beispiele guter Vorbilder mit Orientierungshilfen.
Mit besten Grüßen
Joachim Lund bv

 
22.11.2006 08:14:25 
Stephan von Orlow
pro  Natürlich wird nicht jedes unserer Kinder automatisch zu einem Mörder. Aggression ist Bestandteil unserer Kultur, unseres Wesens und unseres Antriebs.
Heute werden aber Grenzen überschritten, indem wirklich keine Sterbeszene zu grausam, kein Mord detailliert genug dargestellt werden kann. Da ereifert sich ein deutscher Spielehersteller, dass er Blut so prima auf dem Bildschirm darstellen kann. Das kann zu nichts Gutem führen. Unsere Gesellschaft braucht Aggression -- aber keinen Mord, prügelnde Gangs oder Menschen, die mit allen Mitteln ausschließlich egoistisch ihre Ziele erreichen.

 
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